Der Reiseblog von Käthe und Frank

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Kia Ora Nordinsel

Wir verabschieden uns von der wunderschönen Südinsel Neuseelands und schippern bei strahlendem Sonnenschein durch den Queen Charlotte Fjord und die Cook Passage zur Nordinsel. Hier auf der Ecke von Neuseeland ist James Cook tatsächlich erstmals auf Neuseeland angelandet. Deshalb auch der Name der Meerenge. Bei ihm lief es aber nicht so glatt wie bei uns. Er hatte sehr schlechtes Wetter und als er einen Teil der Besatzung losschickte um Holz für die Reparaturen am Schiff zu besorgen, wurden diese prompt von den Maori aufgegessen 🙄. Wir werden stattdessen von einer kleinen Gruppe Delfine begleitet. Ein tolles letztes Bild das wir von der Südinsel bekommen.

Mit der Fähre durch die Cook-Passage

Alle Leute, Touris wie Einheimische, die wir unterwegs kennengelernt haben, haben uns erzählt, dass die Nordinsel landschaftlich nicht ganz so interessant sei, dafür aber viel wärmer. Nach 4 Wochen durchwachsenen Temperturen mit bis zu 6 Grad Nachttemperatur klingt das für uns erstmal recht verlockend. Wir sind sehr gespannt auf die 11 Tage die uns hier erwarten.

Und es geht sehr gut los. Wir sind direkt begeistert von der Hauptstadt Wellington.  Eine kleine, gemütliche und heimelige Stadt mit kleinen Läden, Boutiquen und Cafés… fast schon mit Fischerdorfcharakter 😃. Villen und Häuser wie im Elbviertel flankieren die Straßen und an einer langen Promenade direkt am Wasser versammeln sich bei bestem Sonnenschein die Menschen in Cafés und Bars.

Die Promenade von Wellington

Wir sind so angetan, dass wir beschließen noch einen Tag länger zu bleiben. Sehr gut gefällt uns hier, dass es keine der großen Ladenketten gibt. Auf ganz Neuseeland findet man zum Beispiel nur einen einzigen H&M, kein Zara oder eine der anderen großen Modelabel. Da Wellington nicht sehr groß ist, sind wir nach 2 Tagen dann auch einmal mittendurch und drumherum und wieder mittendurch und das ganze retour… 😃.

Nach der Hauptstadt führt uns unser Weg in einem Rutsch zum Tongarero Nationalpark. Hier befindet sich einer von zwei Vulkanen aus denen die Nordinsel entstanden ist. Der den wir ansteuern befindet sich ziemlich genau in der Mitte der Nordinsel, der andere direkt an der Westküste.

Die beiden Vulkane der Nordinsel

Wir haben uns eine Tageswanderung einmal quer über den Vulkan herausgesucht die in keinem guten Reiseführer fehlen darf, den Alpine Crossing Trail. Endlich machen wir jetzt im Nationalpark auch einen der in Neuseeland ausgewiesenen „Great Walks“, also eine der tollsten Wanderrouten Neuseelands. 30 km mit 1600 Höhenmetern. Wir sind insgesamt gute 7 Stunden unterwegs 😬

1600 Höhenmeter… klingt nicht viel… wird ab ca 500m immer mehr, sieht nach 1200m unerreichbar aus und fühlt sich nach 1599m an wie die Besteigung des Himalaja selbst! Bis wir den Krater schlussendlich erreichen, fließt viel Schweiß und den einen oder anderen Fluch können wir uns nicht verkneifen. Aber wie immer mit Naturschauspielen hoch oben auf Bergen, entschädigen im Nachhinein die Aussicht und die Gewissheit es geschafft zu haben. Die Aussicht auf den Krater ist grandios. An dieser Stelle können wir uns nur zu gut vorstellen wie der aktive Vulkan anfängt zu brodeln und wie schnell die Lava herunter geflossen sein muss.

1600 Höhenmeter wieder herunter… klingt nicht viel… wird ab 500m aber immer mehr, und naja… den Rest kennt ihr ja schon 😬… einziger kleiner Unterschied: ab ca. 7km vor dem Ziel, bricht bei uns auf dem Weg nach unten der „Frust-Mecker-Vulkan“ aus.
Bei unserem „Ausbruch“ kommt so einiges zusammen. Frank hat dolle Blasen an den Füßen und einen tierischen Ärger auf die blöden Wanderschuhe! Und dann sind da noch unsere kaputten Isomatten die dicke Blasen entwickeln sodass es sich kaum noch drauf schlafen lässt. Insgesamt ärgern wir uns vor allem über die ganzen teuren Outdoorsachen, die Erwartungen schüren die sie nicht halten, wenn man sich dann im Outdoor drauf verlassen muss 🙄. So lassen wir auf dem Weg nach unten fleißig Dampf ab. Zu unserem „Glück“ gibt es in Nationalparks keine Duschen, sodass wir zum waschen und zur endgültigen Abkühlung in den eiskalten Gebirgsfluss springen müssen. Nach anfänglicher Überwindung ist das tatsächlich der krönende Abschluss des Tages! Alle überhitzten Gemüter werden radikal abgekühlt, die Stimmung ist wieder hervorragend und wir sind körperlich so ko, dass wir bei Dämmerung selbst auf unseren kaputten Isomatten schlafen wie die Babys. 

Los geht's zum Vulkan

 

An dieser Stelle müssen wir auch mal kurz erwähnen, dass nicht immer alles tutti und wunderschön ist auf unserer Reise. Es gibt Momente in denen man völlig geschlaucht, genervt, gestresst und/oder übermüdet ist, weil man absolut bescheiden geschlafen hat, weil man mal wieder vor Aufregung & Stress zu lange nichts gegessen & getrunken hat, weil man zu wenig planen und organisieren konnte aufgrund von Informationsmangel oder weil man wie zu Hause auch, einfach mit dem falschen Fuß auf gestanden ist. An solchen Tagen klappt dann einfach nichts so, wie man es sich gedacht oder wie man es geplant hat. Auch das Zelten an sich ist so eine Sache. Fluch und Segen zugleich: sparen wir doch einerseits damit im Vergleich zu Hotels, Hostels oder einem Wohnmobil richtig viel Geld, ist doch andererseits nach 5 Wochen und dem täglichen Auf- & Abbauen die Luft ein wenig raus. Abends auf-, morgens abbauen. Jeden Tag. Jeden. Bei Sonne wie bei Regen. Und schlafen auf Isomatten die gerade 5 cm dick sind… 50 mm… nach 28 Nächten scheint eine richtige Matraze wie der Himmel. 
ABER
Diese Momente fallen aber im Gegensatz zu den vielen tollen Erlebnissen die wir jeden Tag haben weniger ins Gewicht! 

Vom Nationalpark aus führt uns unser Weg nach Whitianga, im Nord-Osten der Insel. Auf dem Weg dorthin kommen wir am McLarren Nationalpark vorbei, wo wir für eine Nacht unser Zelt aufgeschlagen.

Früüüühstück 😋

Hier sind wir mitten in der Natur. Um uns herum grasen die Schafe, Enten betteln uns unentwegt nach Essen an UND sobald die Sonne untergegangen ist, sehen wir tausende Glühwürmchen!!!! Der Wahnsinn. Das muss man gesehen haben. Wunderschön und faszinierend. 

Glühwürmchen in der Nacht 😊

Am nächsten Tag geht es weiter nach Whitianga. Hier verweilen wir erstmal ein paar Tage in dem schönen kleinen Örtchen mit Hafen und genießen Strandspaziergänge und etwas Sonne. Selbst hier kann man die vulkanischen Auswirkungen erleben. Es gibt hie die so genannten Hot-Water-Beaches, also einen Strand mit einer Thermalquelle. Die  Quelle selbst liegt nur wenige Meter unter dem Sand und kann nach wenigen cm buddeln „ausgegraben“ werden.

Auf der Suche nach einer geeigneten Stelle 😂

Man kann sich also seine eigene kleine Thermalquelle bauen. Ein Traum für alle Strandbuddler und Sandburgenbauer… 😃 Das ist ein witziges Bild. Man kommt an den Strand und überall liegen Menschen in kleinen Löchern im Schlamm herum 😃. Muss man mal gesehen haben.

Das große Buddeln 😂

Nach 2 sehr sonnenreichen Tagen geht’s dann aber weiter nach Auckland. In Auckland selbst, steuern wir einen Campingplatz außerhalb der Stadt an da es in Auckland selbst nur 2 Campingplätze mit entsprechend horrenden Preisen gibt. Als erstes kümmern wir uns um die Isomatten. Die Blasen auf den Matten werden immer größer und die Nächte immer katastrophaler. Leider kann man uns in Auckland nicht mehr helfen, da unsere Abreise nach Australien zu dicht bevorsteht. Wir werden also vertröstet auf Australien, wo man unsere Isomatten austauschen will (die Isomatten sind zwar nicht von Tupperware, es gibt aber auch eine lebenslange Garantie 😃). Da wir nach einer weiteren Nacht auf den Isomatten nicht mehr schlafen können, checken wir kurzerhand in ein Hostel ein und genießen 2 Nächte auf richtigen Matratzen! Unser Einzug in das Zimmer ist eigentlich schon einen eigenen Absatz wert. Nach 6 Wochen Auto und Zelt, sehen wir wirklich aus wie die Flodders! Wir brauchen geschlagene 2 Tage und 4 Maschinen Wäsche um uns wieder einigermaßen zu sortieren und um unsere riesigen Rucksäcke wieder flugfähig zu packen.

Auckland selbst, zeigt sich von seiner besten Seite. Das Wetter spielt mit und es ist tollster Sonnenschein.

Sightseeing-Pause

So macht es noch sehr viel mehr Spaß die Stadt und seine tollen Einkaufsstraßen und den Hafen zu erkunden. Nicht ganz so schön wie Wellington, aber auch sehr sehenswert. 

Skyline von Auckland

Nach unserer guten Erfahrung mit dem neuseeländischen EBay verkaufen wir übrigens auch noch auf die Schnelle unser Zelt, da wir’s nicht mehr brauchen werden und uns so ein paar Kilo Gepäck sparen.

Mit unseren beiden Schwergewichten auf dem Rücken stiefeln wir in Wanderschuhen (die passten definitiv nicht mehr in die Rucksäcke) in die Abflughalle. Unsere Zeit in Neuseeland war wunderschön und sind wir voller Vorfreude auf unser nächstes Abenteuer Australien.

Tschüss Neuseeland… Australien wir kommen 😊

Um ehrlich zu sein, wir können es kaum erwarten unsere Füße auf australischen Boden zu stellen….Außerdem freuen wir uns schon sehr darauf in Australien in einen Camper mit Matratze einzuziehen! 

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1 Kommentar

  1. Karo 19. April 2017

    wie braaaaun *.*

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