Der Reiseblog von Käthe und Frank

weltreise-online.com

Sydney und unser Flug zum Mond…

Australien… Sydney… endlich!

Anflug auf Sydney

Wir sind in Sydney gelandet uuuuuuund es regnet in strömen!!!! Wie bitteschön konnte denn das passieren?! Da haben wir in Neuseeland so ein Glück mit dem Wetter und dann das! 
 
Nein, es regnet bereits seit mehreren Wochen in Sydney. Zu der Jahreszeit nicht ganz ungewöhnlich, denn im März ist der australische Sommer vorbei und es beginnt die Regenzeit… wenigstens ist es schön warm… .
Aber gut, es soll unsere Freude nicht trüben. Bepackt wie die Maulesel, nehmen wir die U-Bahn ins Zentrum von Sydney zu unserem Hostel… natürlich nicht den klimatisierten Airport Shuttle, der uns direkt vor dem Hostel absetzen würde… wir planen schon jeden Cent für das Projekt „Campervan“. 
Ein paar mitleidige Blicke ernten wir hier und da schon, so voll beladen in der engen Bahn…

Die 2 Lastesel

Unsere Rucksäcke sind mal wieder bis zum Bersten voll. Selbst schuld, konnten wir uns doch von einigen „nützlichen“ Dingen aus Neuseeland nicht trennen… Unter anderem hätten wir da die Kühltasche samt Gel-kühlakku (der in Auckland erstmal dafür gesorgt hat dass der Chef der Sicherheitskontrolle herbei gerufen wurde, der das Ding von allen Seiten skeptisch beäugt und auf die „Ungewöhnlichkeit“ hinweist… ja wir schleppen Kühlakkus durch den Luftraum…), der Rest abgefülltes Waschmittelpulver, eine Spülbürste (ja, tatsächlich…nein keine besondere…, einfach nur eine Abspülbürste), ein Feuerzeug, eine Kaffeetasse und eine Suppenkelle (beides braucht man aber wirklich!). Wir haben nichts zurückgelassen!Danach darf Katharina die Sicherheitskontrolle passieren während Frank den Gasbrenner in seine Einzelteile zerlegt durch die Kontrolle befördert ;-). 

Unser Hostel in Sydney ist mitten im Zentrum gelegen, fussläufig zur Oper, der Harbour-Bridge und den schönsten Vierteln Sydneys. Das ist richtig genial. Deswegen nehmen wir uns nach unserer schweißtreibenden Ankunft ersteinmal ein wenig Zeit und schlendern im leichten Nieselregen zum Darling Harbour und genießen die Freitagabend-Sydney-Atmosphäre. Der Freitag Abend ist hier der Ausgeh-abend schlechthin. Alle Sydneyer sind unterwegs, die Restaurants und Pubs sind gut besucht mit feierfreudigen Wochenendgängern. 

Tags darauf stürmen wir trotz Regen los zu DEN Sehenswürdigkeiten Sydneys und erkunden das Hafenviertel mit der weltberühmten Oper und der gigantischen Harbourbridge. Das es regnet ist uns dabei recht egal, wir sind total um Sightseeing-Fieber. Am selben Abend gehen wir noch zu einer Schwulen- und Lesbenparade a’la CSD in Sydney. So viele bunte, verrückte und interessante Menschen haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Wir fühlen uns sofort wohl in Sydney. 
Eine sehr sympathische Stadt. 

Gayparade in Sydney

Im Hinterkopf haben wir dennoch, dass wir das Hostel nur für eine Woche gebucht haben und wir noch einen Camper kaufen wollen. Ansonsten sind wir nach der Woche theoretisch ohne Dach überm Kopf. Und Sydney ist sehr teuer. Dieser Gedanke fängt immer deutlicher an Druck zu machen und wir beginnen schon mal mit der Suche beim australischen EBay.
Tag darauf führt uns unsere Suche auch zu DEM Automarkt Sydney’s. 
Was für ein Reinfall! 
Ein einziges Auto steht zum Verkauf und das kommt auch nicht in Frage. Eigentlich sollte sich die Suche in Sydney recht einfach gestalten… nachdem was man im Internet so ließt. Das Gegenteil ist aber der Fall. 
Also zurück zu den Angeboten im Internet. Aber auch beim durchforsten der Angebote stellen wir fest, dass es nicht all zu viele Fahrzeuge gibt. Statt also Sightseeing in Sydney zu genießen sind wir von einem Ort zum anderen unterwegs um uns Campervans anzuschauen. Die wenigen, die angeboten werden sind meißtens sehr schlecht gewartet, es gibt keine Belege zu den Reparaturen oder sie sind von innen völlig keimig und verwohnt und haben Hunderttausende Kilometer auf der Uhr. Viel zu teuer sind sie für die Zustände dann meist auch noch. Uns überrascht doch sehr, dass viele Käufer so leichtfertig und anspruchslos beim Autokauf zu sein scheinen.

Wir versuchen uns trotzdem nicht von unseren Mindestanforderungen für ein vernünftiges Fahrzeug abbringen zu lassen und versuchen uns einfach in Geduld… einfacher gesagt als getan… wie immer! Zum Glück können wir uns ein wenig mit Sightseeing ablenken. So nehmen wir uns also nochmal einen ganzen Tag Zeit für Sydney. Wir machen eine zu Fuß geführte Sightseeingtour durch Sydney, spazieren über die Harbour Bridge und wieder zurück und entdecken das historische Stadtteil „The Rocks“. Hier beginnt die Geschichte und die Besiedlung Australiens. 
Kurzerhand ergattern wir sogar noch Opernkarten für „La Traviata“ in der Oper von Sydney. Wir sind zwar keine Operngänger aber eine Vorstellung in DIESER Oper wollen wir uns nicht entgehen lassen. 
Und was sollen wir sagen…klar sind Opern immer etwas schwer… schwer zu verstehen, da auf Italienisch und schwer in der Thematik (unerfüllte Liebe, Eifersucht, Krankheit und Tod). Aber die Erfahrung und die Atmosphäre sind großartig.

[ngg_images source=“galleries“ container_ids=“23″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_imagebrowser“ ajax_pagination=“1″ template=“default“ order_by=“sortorder“ order_direction=“ASC“ returns=“included“ maximum_entity_count=“500″] 

 

Tags darauf widmen wir uns wieder der eifrigen Suche nach einem geeigneten Camper. Aber nach 3 weiteren erfolglosen Besichtigungen an diesem Tag, entscheiden wir uns nicht stressen zu lassen und weiterhin keine Kompromisse zu machen nur um rechtzeitig ein Fahrzeug zu kaufen. Wollen wir ein sicheres und ansprechendes Auto, so müssen wir uns wohl oder übel weiterhin in Geduld üben und weitere Angebote abwarten. Wenigstens die kaputten Isomatten bekommen wir problemlos gegen neue Matten getauscht.

Und dann taucht plötzlich doch noch ein ganz ansprechender Fahrzeug auf und wir schlagen zu. Die Besichtigung ist top, der Van ist gut in Schuss und sehr sauber. Doch im Nachhinein müssen wir irgendwie verzweifelt gewesen sein, denn wir machen auf einmal einen Kompromiss und wollen ein Fahrzeug OHNE Servolenkung kaufen nachdem die Verkäufer zu unserem ordentlich gedrückten Preis zugesagt haben! Zu unserem Glück (von dem wir da noch nichts ahnen) hat unser Schicksal was anderes mit uns vor, denn wir bekommen nicht genügend Bargeld zusammen. Das tägliche Auszahlungslimit unserer Banken macht uns einen Strich durch die Rechnung… obwohl die Verkäufer uns vermitteln es wäre kein Problem am nächsten Tag zu bezahlen, da sie das Thema mit der Bank selbst kennen, verkaufen sie das Auto schlichtweg für mehr Geld an den Nächsten und teilen uns das am nächsten Tag per SMS mit. 

UNSER GLÜCK! 

Warum?! Weil wir kurz danach außerhalb von Sydney ein kleines Prachtstück entdecken. Leider steht das Fahrzeug 200km nördlich von Sydney. Wir entscheiden uns kurzerhand dafür, den Weg mit einem Mietwagen auf uns zu nehmen und fahren die 2 Stunden nach Newcastle.
Tja und was sollen wir sagen… Es ist Liebe auf den ersten Blick!

❤️ ❤️❤️❤️

Das Fahrzeug ist sehr gut gewartet und alle Reparaturen sind nachvollziehbar dokumentiert. Der Motor schnurrt wie ein Kätzchen und wir können den Preis um weitere 500 Dollar drücken. 
Perfekt! 
Gekauft! 
Ein echtes Schnäppchen! 

Einziger kleiner Haken: der „Campervan“ ist zur Zeit noch ein jungfräulicher Transporter! …die komplette Inneneinrichtung müssen wir selber machen. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet wir beide uns vornehmen einen Campervan auszubauen?! 

4 Linke Hände und der technische Sachverstand eines Maulwurfs treffen auf das Projekt Campervan… Wahrscheinlich fährt das Auto nur noch Rückwärts und wir müssen auf dem Dach schlafen, wenn wir fertig sind.
So, oder so ähnlich müssen sich die Jungs von der NASA damals gefühlt haben: „So, und jetzt auf den Mond…“
…wir werden das schon schaffen… ein wenig Selbstüberschätzung hat beim Finden und Verschieben von eigenen Grenzen ja noch nie geschadet

Nach einigen Telefonaten mit Chrischi und seiner Engelsgeduld sei Dank, sind auch die 1000 technischen Fragen zum Motor geklärt. Nun steht dem Ausbau nichts mehr im Wege und wir stürmen mit tausend Ideen und Gedanken in den Baumarkt, der in der kommenden Woche wie unsere 2. Heimat wird. Zuerst wird das nötige Werkzeug gekauft, der Transporter von vorne bis hinten, von oben bis unten vermessen und dann werden die Ideen zu Papier gebracht. Das alleine ist schon eine Tagesaufgabe. Einen weiteren Tag nutzen wir, um den Van in einer Werkstatt auf Herz und Nieren untersuchen zu lassen und um das Fahrzeug beim australischen Strassenverkehrsamt auf uns anzumelden.

Anmeldung beim Straßenverkehrsamt.

Von der Werkstatt bekommen wir gesagt, dass der Motor und das Fahrzeug an sich in perfektem Zustand sind. Lediglich die Bremsen müssen erneuert werden und der Kühler ist ein wenig umdicht. Nachdem wir den Van dann noch von Innen und Außen geschrubbt haben verbringen wir unsere Tage in der Tiefgarage des Baumarkts und bauen und kaufen und bauen! 

[ngg_images source=“galleries“ container_ids=“25″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_imagebrowser“ ajax_pagination=“1″ template=“default“ order_by=“sortorder“ order_direction=“ASC“ returns=“included“ maximum_entity_count=“500″] 

 

Der Innenraum wird zuerst mit einem neuen Fußbodenbelag, einer Wandverkleidung hinter der die Spuren der früheren Nutzung verschwinden und einem neuen Himmel, ausgestattet. Der Plan für das selbstentworfene Bett mit Unterkästen steht fest und voller Eifer machen wir uns an die Arbeit! Leider klappt nicht immer alles so wie es soll und alles dauert viel viel länger als geplant… Als dann am Auszugstag aus der Unterkunft nichts hinhaut,  ist der Frust groß und der Stress der letzten Tage führt zu einem Meinungsfeuerwerk! Eine „leichte“ Panik bricht aus. Hier scheiden sich allerdings die Geister der Wahrnehmung… Käthes’s Empfindung nach kommt es einem Nervenzusammenbruch nahe, Frank’s Ansicht nach (es presst sich der Schweiß zwar aus allen Poren) ist es gerade „etwas kompliziert“. Tjaja der norddeutsche Einschlag. Zum Schutze aller Beteiligten und vor allem des partnerschaftlichen Klimas, zieht Käthe die Notbremse und bucht eine weitere Unterkunft! Nichts desto trotz stimmt Frank (mit plötzlich doch etwas beruhigtem Nervenkostüm) zu… Ohne es zu ahnen, ziehen wir einen weiten Hauptgewinn im Weltreise-Lotto. Wir wohnen  im Gartenhäuschen von John & Beverly die uns aufnehmen als wären wir gute Freunde. Beide sind selbstständig, Beverly ist Journalistin und John arbeitet im Filmbereich und dreht Dokumentationen. Beide sind von unserem Projekt „Campervan“ mehr als begeistert, denn die beiden sind Reise- und Outdoorliebhaber und öffnen uns daraufhin ohne zu Zögern ihren kompletten Garten und den ganzen uneingeschränkten Zutritt zu ihrer gut ausgestatteten Werkstatt! Die beiden nehmen richtig Anteil an unserem Trip und beim gemeinsamen Kochen, Essen, Wein und Bier abends werden wir von den „Locals“ mit allen möglichen Infos und Sightseeing Tips versorgt! Was für ein Glücksgriff!
Wir verlängern direkt noch zwei Nächte weil hier einfach alles passt und wir uns so pudelwohl fühlen. Die beiden verbreiten so eine glückliche und entspannte Atmosphäre, dass wir dieses australische Lebensgefühl richtig aufsaugen.
Trotz allem dreht sich unsere kleine Welt nur um den Baumarkt (der Bunnings in dem wir mittlerweile fast mit Namen angesprochen werden könnten) und den Van. Wir sind von morgens bis abends am basteln. Es gibt so viel zu tun und durch unsere Unerfahrenheit dauert manches länger als erwartet. Doch wir… und vor allem Frank zeigen Ausdauer und Geduld! Am letzten Tag sind wir aber doch Abfahrt- Einzugsbereit. Der Abschied von den beiden fällt uns richtig schwer! 

[ngg_images source=“galleries“ container_ids=“24″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_imagebrowser“ ajax_pagination=“1″ template=“default“ order_by=“sortorder“ order_direction=“ASC“ returns=“included“ maximum_entity_count=“500″] 

 

Der Übergang ins wilde Camperleben bedeutet für uns wieder eine richtige Umstellung! Wahnsinn wie schnell man sich doch wieder an ein eigenes Badezimmer, Bett und Küche gewöhnt. Die Stimmung sinkt erstmal ordentlich, denn wir haben beide mit dem plötzlichen Komfortgefälle zu kämpfen. Zumal das wild campen mitten in der Stadt auch nicht ganz so einfach ist, wir am Strand erstmal eine gewaltig schmerzende Parkstrafe kassieren (kein Parkticket tagsüber gezogen) und man sich im Campervan auch erstmal mit all seinen Klamotten zurecht finden muss. 

Nach zwei weiteren Tagen Manly Beach und Northern Beaches fahren wir richtig los, raus aus der Stadt Richtung Süden. 

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

2 Kommentare

  1. Tanja 20. April 2017

    Ihr sammelt Erfahrungen fürs Leben, you grow with your tasks man leidet richtig mit euch und teilt eure Freude die Berichterstattung ist so intensivvielen lieben Dank dafür

  2. Christian 20. April 2017

    Hallo Ihr Beiden. Schön von Euch zu hören. Habe schon sehnsüchtig auf die Berichterstattung gewartet.

    Bis demnächst und Gruß Chrischi

Antworten

© 2025 Der Reiseblog von Käthe und Frank

Thema von Anders Norén